Hinweis: Die Inhalte dieser Webseite dienen der allgemeinen Information. Verbindliche und tagesaktuelle Angaben zu Förderprogrammen und Gesetzgebung erhalten Sie auf energiefranken.ch, beim Bundesamt für Energie und auf der offiziellen Webseite Ihres Kantons.
Planungsratgeber 2026

Solaranlage Planung Schweiz – Schritt für Schritt zum Ziel

Von der Dachanalyse über Offertvergleich und Bewilligungen bis zur Inbetriebnahme: So planen Sie Ihre Solaranlage in der Schweiz richtig.

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Schritt 1: Bedarfsanalyse und Standortprüfung

Die Grundlage jeder erfolgreichen Solaranlage ist eine sorgfältige Analyse Ihres Energiebedarfs und der örtlichen Gegebenheiten.

Bevor Sie Offerten einholen, sollten Sie Ihren aktuellen und zukünftigen Strombedarf ermitteln. Ziehen Sie dafür Ihre Stromrechnungen der letzten zwei bis drei Jahre heran. Ein durchschnittliches Schweizer Einfamilienhaus verbraucht 4'000 bis 6'000 kWh pro Jahr. Planen Sie den Einbau einer Wärmepumpe oder die Anschaffung eines Elektroautos, steigt der Bedarf auf 10'000 bis 16'000 kWh.

Die Standortprüfung umfasst mehrere Aspekte: die Dachfläche und ihre Ausrichtung, den Neigungswinkel, mögliche Verschattungen durch Bäume, Kamine oder Nachbargebäude sowie den Zustand der Dacheindeckung. Online-Tools wie der Solarkataster von Sonnendach.ch liefern eine erste Einschätzung des Solarpotenzials Ihres Daches.

Checkliste Standortprüfung

  • Dachfläche: Mindestens 30 m² nutzbare Fläche verfügbar?
  • Ausrichtung: Süd, Ost-West oder Kombination?
  • Neigung: Zwischen 10 und 60 Grad?
  • Verschattung: Keine grösseren Schatten zwischen 9 und 16 Uhr?
  • Dachzustand: Keine grössere Sanierung in den nächsten 20 Jahren nötig?
  • Statik: Dach trägt das Zusatzgewicht von 12 bis 15 kg pro Quadratmeter?

Schritt 2: Offerten einholen und vergleichen

Holen Sie mindestens drei Offerten von zertifizierten Solarinstallateuren ein und vergleichen Sie sorgfältig.

Die Qualität einer Solaranlage steht und fällt mit dem Installateur. Achten Sie darauf, dass das Unternehmen über eine Swissolar-Zertifizierung oder eine vergleichbare Qualifikation verfügt. Erfahrene Installateure bieten eine umfassende Beratung, eine technisch optimierte Auslegung und eine saubere Montage.

Beim Offertvergleich sollten Sie nicht nur den Gesamtpreis betrachten, sondern auch folgende Punkte berücksichtigen: die verwendeten Modultypen und deren Wirkungsgrad, den Wechselrichter und seine Funktionen, die Garantiebedingungen (Produktgarantie und Leistungsgarantie), ob ein Monitoring-System enthalten ist und welche Nachbetreuung der Installateur anbietet.

Worauf Sie bei der Offerte achten sollten

Kriterium Empfehlung
Modultyp Monokristallin, mindestens 400 Wp, Tier-1-Hersteller
Produktgarantie Module Mindestens 25 Jahre
Leistungsgarantie Mindestens 85% nach 25 Jahren
Wechselrichter Hybridfähig, wenn Speicher geplant
Monitoring App-basiertes Echtzeit-Monitoring inklusive
Preis pro kWp CHF 1'200 – 1'600 (10 kWp Anlage)

Ein detaillierter Kostenüberblick hilft Ihnen, die Offerten realistisch einzuschätzen.

Schritt 3: Bewilligungen und Anmeldungen

In der Schweiz ist der Bewilligungsprozess für Solaranlagen weitgehend vereinfacht worden.

Seit der Revision des Raumplanungsgesetzes (RPG) sind Solaranlagen auf Dächern in Bau- und Landwirtschaftszonen grundsätzlich bewilligungsfrei. Es genügt eine Baumeldung bei der Gemeinde. Diese muss in der Regel 30 Tage vor Baubeginn eingereicht werden. Der Installateur übernimmt diesen Schritt in den meisten Fällen.

Ausnahmen bestehen für denkmalgeschützte Gebäude, Gebäude in Schutzzonen (Ortsbild-, Landschafts- oder Naturschutz) sowie für Fassadenanlagen und Indach-Systeme in bestimmten Kantonen. In diesen Fällen ist ein reguläres Baubewilligungsverfahren erforderlich, das vier bis acht Wochen dauern kann.

Anmeldung beim Netzbetreiber

Vor der Installation muss die Anlage beim lokalen Energieversorger angemeldet werden. Der Netzbetreiber prüft die technischen Anschlussbedingungen und genehmigt den Netzanschluss. Nach der Inbetriebnahme erfolgt die Anmeldung bei Pronovo für die Einmalvergütung. Ihr Installateur kümmert sich in der Regel um den gesamten Prozess.

Schritt 4: Installation und Inbetriebnahme

Die Montage einer Solaranlage auf einem Einfamilienhaus dauert in der Regel zwei bis vier Arbeitstage. Der Ablauf umfasst die Montage der Unterkonstruktion, das Verlegen der Solarmodule, die elektrische Verkabelung, den Anschluss des Wechselrichters und die Inbetriebnahme mit Netzanschluss. Anschliessend wird die Anlage beim Netzbetreiber in Betrieb genommen und das Monitoring-System aktiviert.

Schritt 5: Förderung und Steuerabzüge

Nach der Inbetriebnahme können Sie die Pronovo-Einmalvergütung beantragen. Diese deckt rund 25 bis 30 Prozent der Investitionskosten. Zusätzlich können die Kosten in vielen Kantonen als werterhaltende Investition von der Einkommenssteuer abgezogen werden – eine erhebliche finanzielle Entlastung, die die Wirtschaftlichkeit weiter verbessert.

Ein Batteriespeicher kann jederzeit nachgerüstet werden, wenn der Wechselrichter hybridfähig ist. Dies ist eine Empfehlung für die Planung: Wählen Sie von Anfang an einen Hybridwechselrichter, auch wenn Sie den Speicher erst später installieren möchten.

Häufige Fragen zur Solaranlage-Planung

Brauche ich eine Baubewilligung für eine Solaranlage?

In den meisten Kantonen ist für Aufdach-Solaranlagen keine Baubewilligung nötig, sondern nur eine Baumeldung. Ausnahmen gelten für denkmalgeschützte Gebäude, Schutzzonen und Fassadenanlagen.

Wie lange dauert die Planung und Installation?

Von der ersten Beratung bis zur Inbetriebnahme vergehen typischerweise 2 bis 4 Monate. Die reine Dachinstallation dauert bei einem EFH nur 2 bis 4 Tage.

Welche Unterlagen brauche ich für die Planung?

Sie benötigen: Grundrissplan oder Foto des Daches, aktuelle Stromrechnungen, Angaben zum Gebäude (Baujahr, Dachtyp, Ausrichtung) sowie die Kontaktdaten Ihres lokalen Netzbetreibers.

Kann ich eine Solaranlage auf jedem Dach installieren?

Grundsätzlich ja, sofern das Dach statisch geeignet ist und nicht stark verschattet wird. Geeignet sind Schrägdächer, Flachdächer und sogar Fassaden. Das Dach sollte in den nächsten 20 Jahren keine grössere Sanierung benötigen.

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