Wasserstoff gilt als Energietraeger der Zukunft. Doch taugt er auch für die Gebaeudeheizung? Waehrend die Industrie grosse Hoffnungen setzt, sind die Meinungen für den Gebaeudebereich gespalten. Ein nuechterner Faktencheck für Schweizer Hausbesitzer.

Wie funktioniert eine Wasserstoff-Heizung?

Es gibt zwei Prinzipien: Wasserstoff-Brennwertkessel verbrennen Wasserstoff direkt. Brennstoffzellen wandeln ihn elektrochemisch in Strom und Waerme um. Beide Technologien existieren als Prototypen, sind aber nicht marktreif für den breiten Einsatz.

Gruener Wasserstoff: Die Voraussetzung

Klimaneutral ist Wasserstoff nur mit erneuerbarem Strom durch Elektrolyse. Der Wirkungsgrad ist aber gering: Von 100 kWh Strom bleiben nach Elektrolyse, Transport und Verbrennung nur 25 bis 35 kWh nutzbare Waerme. Eine Wärmepumpe gewinnt aus denselben 100 kWh dagegen 300 bis 500 kWh Waerme.

Der Effizienzvergleich

Die Wärmepumpe nutzt die eingesetzte Energie 3 bis 5 Mal besser als eine Wasserstoff-Heizung. Für die gleiche Heizleistung braucht man 3 bis 5 Mal mehr erneuerbaren Strom über den Wasserstoff-Umweg. Erneuerbare Energie ist nicht unbegrenzt verfuegbar; sie in der ineffizientesten Anwendung zu verschwenden waere kontraproduktiv.

Infrastruktur und Kosten

Die Gasinfrastruktur kann nicht einfach auf Wasserstoff umgestellt werden. Wasserstoff macht Stahl sproede und erfordert andere Dichtungen. Gruener Wasserstoff kostet 15 bis 25 Rp/kWh, langfristig 8 bis 12 Rp/kWh. Heizkosten pro EFH: CHF 3000 bis 6000 jaehrlich. Eine Wärmepumpe: CHF 800 bis 1500.

Was sagen Experten?

Empa, ETH Zuerich und das BFE sind sich einig: Wasserstoff ist für Gebaeudeheizung ineffizient und unwirtschaftlich. Prioritaet liegt auf Wärmepumpen, Fernwaerme und Holz. Wasserstoff gehoert in Industrie und Schwerlastverkehr, wo es keine besseren Alternativen gibt.

Beimischung ins Gasnetz

Bis 20 Prozent Wasserstoff-Beimischung ist technisch machbar und reduziert CO2 um ca. 7 Prozent. Das ist nicht klimaneutral und keine Netto-Null-Loesung.

Die besseren Alternativen

Wärmepumpen sind ausgereift, breit verfuegbar und die effizienteste Heiztechnik. Fernwaerme eignet sich für dichte Gebiete. Holzheizungen für bestimmte laendliche Situationen. Alle drei Optionen sind heute verfuegbar und wirtschaftlich.

Fazit: Wärmepumpe statt Wasserstoff

Warten Sie nicht auf Wasserstoff. Die Wärmepumpe ist heute verfuegbar, effizient und wirtschaftlich. In Kombination mit einer Solaranlage ist sie der schnellste und guenstigste Weg zum klimaneutralen Haus.

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