Rund 60 Prozent der Schweizer Bevoelkerung lebt zur Miete. Auch Mieterinnen und Mieter haben zahlreiche Möglichkeiten, ihren CO2-Fussabdruck zu senken und sogar energetische Verbesserungen anzustossen.
Was Mieter direkt beeinflussen können
Heizverhalten optimieren
20 Grad Wohnzimmer, 17 Grad Schlafzimmer. Jedes Grad weniger spart 6 Prozent. Programmierbare Thermostate ab CHF 20 pro Stück. Stosslueften statt Kippen.
Warmwasser sparen
Sparduschkopf halbiert Verbrauch bei gleichem Komfort. Kurz duschen statt baden spart 60 bis 80 Prozent.
Energieeffiziente Geräte
A-Geräte beim Neukauf, LED-Beleuchtung, schaltbare Steckerleisten gegen Standby.
Oekostrom beziehen
In vielen Kantonen frei waehlbar. Aufpreis 1 bis einem marktüblichen Rückspeisetarif (Tagesaktuelle Tarife siehe EVU), CHF 50 bis 200 jaehrlich. Balkon-Solarmodule (CHF 300 bis 800) produzieren 200 bis 400 kWh pro Jahr.
Rechte gegenüber der Vermieterschaft
Anstoss für Sanierung
Vermieter auf Förderprogramme, Wertsteigerung und Gesetzgebungstrends aufmerksam machen. Gut argumentiertes Schreiben kann den Anstoss geben.
Mietzinsreduktion bei Maengeln
Überdurchschnittlicher Energieverbrauch durch mangelhafte Daemmung kann als Mangel gelten. Mieterverband bietet Beratung.
Eigeninvestition
Thermostate, Sparduschkoepfe, LED selbst einbauen. Für Balkon-PV schriftliche Zustimmung einholen.
Mobilitaet und Konsum
OeV, Fahrrad, Carsharing und E-Mobilitaet liegen vollstaendig in Ihrer Hand. Regionale Ernaehrung, weniger Food Waste und Secondhand-Kaeufe reduzieren den Fussabdruck um 2 bis 4 Tonnen jaehrlich.
Gemeinschaftliche Initiativen
Gemeinsame Bestellung von Sparduschkoepfen, geteilter Gemuensegarten, Tauschgestell im Treppenhaus. Eigenverbrauchsgemeinschaft (ZEV) seit 2018 möglich: Solarstrom vom Dach direkt an Mieter, oft guenstiger als Netzbezug.
Politisches Engagement
Stimmrecht für klimafreundliche Politik nutzen. Mieterverband und Umweltorganisationen bieten Orientierung zu Abstimmungen.
Fazit: Klimaschutz ist auch Mietsache
Bewusster Energieverbrauch, Oekostrom, nachhaltige Mobilitaet und Konsum reduzieren den CO2-Fussabdruck um mehrere Tonnen jaehrlich. Nutzen Sie Ihre Rechte und schliessen Sie sich mit Gleichgesinnten zusammen.
Rechtliche Möglichkeiten und Energiesparpotenziale für Schweizer Mieter
Berechnen Sie Ihr Solarpotenzial
Finden Sie heraus, wie viel Solarstrom Ihr Dach produzieren kann.
Zum PV-RechnerPlanung und Installation
Der Weg zur eigenen Solaranlage beginnt mit einer professionellen Dachanalyse. Dabei werden Ausrichtung, Neigung, Verschattung und Statik geprüft. Süd-, Südost- und Südwestdächer mit 15–35° Neigung sind ideal. Aber auch Ost-West-Anlagen sind wirtschaftlich sinnvoll und liefern eine gleichmässigere Stromproduktion über den Tag. Die Montage dauert typischerweise 2–3 Tage für ein Einfamilienhaus. Der Installateur kümmert sich um die Baubewilligung, den Netzanschluss und die Anmeldung bei Pronovo für die Einmalvergütung. Nach der Inbetriebnahme können Sie Ihre Stromproduktion per App überwachen und Ihren Eigenverbrauch optimieren. Ein jährlicher Check durch den Fachmann sichert die langfristige Leistung.
Umweltbilanz und Nachhaltigkeit
Eine Solaranlage in der Schweiz vermeidet pro kWp jährlich rund 400–500 kg CO₂. Bei einer typischen 10-kWp-Anlage sind das über die Lebensdauer von 25 Jahren mehr als 100 Tonnen eingespartes CO₂. Die energetische Amortisation – also die Zeit, bis die Anlage mehr Energie produziert hat als für ihre Herstellung benötigt wurde – liegt bei nur 1–2 Jahren. Danach liefert sie über 20 Jahre lang sauberen, klimaneutralen Strom. Am Ende ihrer Lebensdauer können über 95 % der Materialien recycelt werden. Silizium, Glas und Aluminium werden zurückgewonnen und in neuen Produkten eingesetzt. So schliesst sich der Kreislauf – und Sie leisten einen messbaren Beitrag zur Energiewende in der Schweiz.
Solaranlage für Mieter und Stockwerkeigentümer
Auch ohne eigenes Dach können Sie von Solarstrom profitieren. Das Modell der Zusammenschluss zum Eigenverbrauch (ZEV) ermöglicht es Mietern und Stockwerkeigentümern, gemeinsam eine Solaranlage zu betreiben und den Strom untereinander aufzuteilen. Der Vermieter oder die Stockwerkeigentümergemeinschaft installiert die Anlage, und die Kosten werden fair auf alle Parteien verteilt. Seit der Revision des Energiegesetzes sind die rechtlichen Rahmenbedingungen klar geregelt. Der Solarstrom wird direkt an die Bewohner verkauft – günstiger als der normale Netzstrom. Alternativ gibt es Stecker-Solaranlagen für den Balkon: Mit 300–800 Watt Leistung produzieren sie genug Strom für Kühlschrank und Grundlast – ganz ohne Dachmontage.
Häufige Fragen zur Solaranlage
Wie lange hält eine Solaranlage? Moderne Solarmodule sind auf mindestens 25–30 Jahre ausgelegt. Viele Hersteller geben eine Leistungsgarantie von 25 Jahren mit mindestens 80 % der Nennleistung.
Brauche ich eine Baubewilligung? In den meisten Schweizer Kantonen sind Auf-Dach-Anlagen meldepflichtig, aber nicht bewilligungspflichtig. Ausnahmen gelten in Schutzgebieten und bei denkmalgeschützten Gebäuden.
Was passiert bei Schnee? Schnee rutscht bei geneigten Dächern schnell ab. Der Ertragsverlust im Winter ist minimal – die Hauptproduktion findet von März bis Oktober statt.
Wie viel Strom produziert meine Anlage? Pro kWp installierter Leistung können Sie in der Schweiz mit 900–1’100 kWh Jahresertrag rechnen – je nach Standort und Ausrichtung.
Technologie und Modultypen
Moderne Solarmodule erreichen Wirkungsgrade von 20–22 % und sind deutlich leistungsfähiger als frühere Generationen. Die gängigsten Typen sind monokristalline Module – sie bieten die beste Flächeneffizienz und eignen sich ideal für Schweizer Dächer mit begrenztem Platz. Ganzschwarze Module (Full Black) sind besonders beliebt, da sie ästhetisch ansprechend sind und sich harmonisch ins Dachbild fügen. Bifaziale Module nutzen zusätzlich das reflektierte Licht der Rückseite und liefern bis zu 10 % Mehrertrag. Die Module sind auf mindestens 25 Jahre Leistung garantiert und verlieren pro Jahr nur etwa 0,3–0,5 % ihrer Kapazität. Die Wechselrichter – das Herzstück jeder Anlage – wandeln den Gleichstrom in nutzbaren Wechselstrom um.